Was sind Freiheitsrechte, Gleichheitsrechte und Teilhaberechte?

Die Grundrechte werden in verschiedene Gruppen eingeteilt. Eine solche Einteilung ist die Unterscheidung zwischen Freiheits-, Gleichheits- und Teilhaberechten.

Dies bedeutet im Einzelnen:

  • Freiheitsrecht sind die klassischen Grundrechte im Sinne von Abwehrrechten gegen den Staat.
  • Gleichheitsrechte verbürgen dagegen die Gleichbehandlung aller Bürger durch den Staat. Der allgemeine Gleichbehandlungsgrundsatz steht in Art. 3 Abs. 1 GG, spezielle Regelungen finden sich dagegen z.B. in Art. 3 Abs. 2 (Gleichbehandlung der Geschlechter), Art. 3 Abs. 3 (diverse Benachteiligungsverbote), Art. 12 Abs. 2 (Dienstleistungspflicht nur allgemein möglich), Art. 33 Abs. 2 (gleicher Zugang zu Ämtern) oder auch Art. 38 Abs. 1 (Gleichheit der Wahl).
  • Teilhaberechte beinhalten einen Anspruch auf eine staatliche Leistung durch bestimmte Gruppe, z.B. der Mutterschutz in Art. 6 Abs. 4 GG. Ob es sich dabei tatsächlich um ein Grundrecht im eigentlichen Sinn oder eher um eine sozialrechtliche Vorschrift in der Verfassung handelt, ist aber umstritten.

Ist ein Verstoß gegen Grundrechte strafbar?

Grundsätzlich nicht, es gibt keinen Straftatbestand, der „Verstoß gegen Grundrechte“ o.ä. lauten würde.

Wenn ein Amtsträger ein Grundrecht verletzt, kann das aber unter Umständen einen „normalen“ Straftatbestand erfüllen: Wer eine andere Person rechtswidrig einsperrt, macht sich der Freiheitsberaubung schuldig. Wer einen Bürger verletzt, begeht eine Körperverletzung. Einzelne dieser Taten unterliegen außerdem einer höheren Strafdrohung, wenn sie durch einen Beamten begangen wurden (z.B. § 340 StGB – Körperverletzung im Amt).

Häufig wird es jedoch zu keiner Strafverfolgung kommen, weil das Handeln des Amtsträgers erlaubt war oder er zumindest davon ausgehen konnte, dass sein Handeln gerechtfertigt ist.

Wie kann man eine sofortige Entscheidung des Bundesverfassungsgerichts erreichen?

§ 32 Abs. 1 BVerfGG erlaubt dem Gericht eine sofortige, vorläufige Entscheidung:

Das Bundesverfassungsgericht kann im Streitfall einen Zustand durch einstweilige Anordnung vorläufig regeln, wenn dies zur Abwehr schwerer Nachteile, zur Verhinderung drohender Gewalt oder aus einem anderen wichtigen Grund zum gemeinen Wohl dringend geboten ist.

Diese einstweilige Anordnung kann auch im Verfassungsbeschwerdeverfahren erlassen werden. Dafür müssen, wie man sieht, hohe Voraussetzungen erfüllt werden. Die Folgen einer nicht-sofortigen Entscheidung müssen ganz gravierend sein.

Diese Entscheidung ergeht regelmäßig ohne mündliche Verhandlung (Abs. 2), um keine Zeit zu verlieren. Gegen den Erlass und gegen die Ablehnung einer einstweiligen Anordnung kann Widerspruch eingelegt werden (Abs. 3); in dem Fall erfolgt eine mündliche Verhandlung über die einstweilige Anordnung. Der Verfassungsbeschwerdeführer hat jedoch kein Widerspruchsrechts, kann also keine mündliche Verhandlung erzwingen.

Wann wird die Missbrauchsgebühr erhoben?

Eine Missbrauchsgebühr bis zu 2600 Euro legt das Bundesverfassungsgericht fest, wenn eine Verfassungsbeschwerde missbräuchlich erhoben wurde.

Der Unterschied zwischen einer „normalen“ erfolglosen und einer missbräuchlichen Verfassungsbeschwerde liegt sowohl in den Erfolgaussichten als auch in den Zielen der Beschwerde. Sie kommt vor allem in Frage, wenn

  • der Beschwerdeführer erkennen musste, dass das BVerfG solche Fälle bereits mehrfach entschieden hat;
  • von vornherein kein Grundrecht betroffen war;
  • Ziele verfolgt wurden, die außerhalb des Verfahrens lagen;
  • Tatsachen falsch oder spekulativ vorgetragen wurden.

Wie hoch sind die Kosten einer Verfassungsbeschwerde?

Eine Verfassungsbeschwerde ist grundsätzlich gerichtskostenfrei, § 34 Abs. 1 des Bundesverfassungsgerichtsgesetzes.

Allerdings erlaubt Abs. 2 die Auferlegung einer Missbrauchsgebühr von regelmäßig einigen hundert (maximal: 2600) Euro, wenn die Verfassungsbeschwerde nicht nur erfolglos, sondern missbräuchlich war. Das ist aber nur dann der Fall, wenn die Erhebung der Beschwerde keinerlei Erfolgsaussicht hatte oder bewusst schikanös war.

Die Rechtsanwaltskosten werden regelmäßig im Rahmen einer Honorarvereinbarung vertraglich festgelegt. Wurde keine solche Vereinbarung geschlossen, gilt das Rechtsanwaltsvergütungsgesetz (RVG) mit dem Vergütungsverzeichnis (VV). Danach fallen gemäß § 37 Abs. 2, VV Nr. 3206 BVerfGG 1,6 Gebühren aus einem Streitwert von mindestens 5000 Euro, insgesamt 408,41 Euro, an. Kommt es zur mündlichen Verhandlung, fallen gemäß VV Nr. 3210 noch einmal 1,5 Gebühren an, dann kostet es schon mindestens 768,98 Euro. Bei einer bedeutenden Streitigkeit kann der Streitwert noch einmal deutlich höher als die Mindestgebühr liegen.

Haben auch juristische Personen des öffentlichen Rechts Grundrechte?

Grundsätzlich sind Grundrechte Abwehrrechte gegen den Staat. Juristische Personen des öffentlichen Rechts sind also nicht grundrechtsberechtigt, sodnern grundrechtsverpflichtet. Sie müssen die Grundrechte der Bürger beachten, können sich selbst aber nicht auf die Grundrechte berufen.

Ausnahmen gibt es jedoch, wenn die Grundrechte gerade auf die juristischen Personen des öffentlichen Rechts zugeschnitten sind. Dies wird angenommen bei

  • öffentlich-rechtlichen Religionsgemeinschaften (Art. 4, 140 GG i.V.m. 137 WRV),
  • öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten (Art. 5 Abs. 1 GG) und
  • Universitäten (Art. 5 Abs. 3 GG).

Welche Handlungen schützt die Kunstfreiheit?

Die Kunstfreiheit schützt

  • die Vorbereitung und Schaffung des Kunstwerks,
  • die Zugänglichmachung des Werks durch Ausstellung oder Aufführung,
  • die vervielfältigende Produktion des Werks (z.B. durch Druck oder Herausgabe von CDs),
  • die Werbung für das Kunstwerk.

Nicht geschützt sind dagegen die Auseinandersetzung mit dem Kunstwerk in Form von Kunstkritik oder Kunstkonsum.