Wo steht das Verbot willkürlicher Verhaftung im Grundgesetz?

Art. 104 Abs. 1 Satz 1 GG sagt:

Die Freiheit der Person kann nur auf Grund eines förmlichen Gesetzes und nur unter Beachtung der darin vorgeschriebenen Formen beschränkt werden.

Damit handelt es sich um eine Zusatzbestimmung zur Freiheit der Person (Art. 2 Abs. 2 GG), der Schutzbereich wird gewissermaßen verdoppelt. Die Abs. 2 bis 4 beinhalten Verfahrensvorschriften und Richtervorbehalte, die dazu führen, dass Verhaftungen strengeren Regeln unterliegen als andere Freiheitsbeschränkungen. Damit sollte wohl in erster Linie eine deutliche Abkehr vom NS-System dokumentiert werden, in dem Menschen praktisch beliebig in Haft genommen konnten.

Welche Rechte hat man bei einer Verhaftung?

Die verfassungsrechtlichen Garantien bei einer Freiheitsentziehung umschreibt Art. 104 GG:

(1) Die Freiheit der Person kann nur auf Grund eines förmlichen Gesetzes und nur unter Beachtung der darin vorgeschriebenen Formen beschränkt werden. Festgehaltene Personen dürfen weder seelisch noch körperlich mißhandelt werden.
(2) Über die Zulässigkeit und Fortdauer einer Freiheitsentziehung hat nur der Richter zu entscheiden. Bei jeder nicht auf richterlicher Anordnung beruhenden Freiheitsentziehung ist unverzüglich eine richterliche Entscheidung herbeizuführen. Die Polizei darf aus eigener Machtvollkommenheit niemanden länger als bis zum Ende des Tages nach dem Ergreifen in eigenem Gewahrsam halten. Das Nähere ist gesetzlich zu regeln.
(3) Jeder wegen des Verdachtes einer strafbaren Handlung vorläufig Festgenommene ist spätestens am Tage nach der Festnahme dem Richter vorzuführen, der ihm die Gründe der Festnahme mitzuteilen, ihn zu vernehmen und ihm Gelegenheit zu Einwendungen zu geben hat. Der Richter hat unverzüglich entweder einen mit Gründen versehenen schriftlichen Haftbefehl zu erlassen oder die Freilassung anzuordnen.
(4) Von jeder richterlichen Entscheidung über die Anordnung oder Fortdauer einer Freiheitsentziehung ist unverzüglich ein Angehöriger des Festgehaltenen oder eine Person seines Vertrauens zu benachrichtigen.

Es geht also in erster Linie darum, dass die Polizei Menschen nicht dauerhaft einsperren kann, sondern eine Kontrolle durch den Richter stattfindet. Außerdem soll niemand einfach „verschwinden“, sondern es müssen die Angehörigen benachrichtigt werden (Abs. 4).

Die genaue Ausformung dieses Grundrechts geschieht in erster Linie durch die Strafprozessordnung (StPO), aber auch durch die Polizeigesetze.