Was ist die negative Dimension eines Grundrechts?

Grundrechte, die eine bestimmte Freiheit festschreiben (sog. „Freiheitsrechte“, z.B. die Meinungsfreiheit oder die Vereinsfreiheit), haben zunächst eine positive Dimension: Man darf seine Meinung äußern, man darf einem Verein beitreten.

Daneben besteht aber auch noch eine negative Dimension dieser Rechte: Man darf seine Meinung für sich behalten, man darf die Mitgliedschaft in einem Verein ablehnen.

Das Freiheitsrecht umfasst auch diese Entscheidungen, der Bürger ist durch das Grundgesetz auch in seinem Recht geschützt, von Grundrechten keinen (positiven) Gebrauch zu machen.

Was ist das personale Substrat einer juristischen Person?

Nach der Rechtsprechung des Bundesverfassungsgerichts kann sich eine juristische Person (also z.B. ein Verein oder ein Unternehmen) auf Grundrechte berufen, soweit diese auf sie anwendbar sind.

Darüber hinaus wird jedoch auch ein sogenanntes personales Substrat dieser juristischen Person gefordert. Das bedeutet, dass hinter der Person auch „echte Menschen“ stehen müssen, also bspw. Vereinsmitglieder oder Aktionäre. Ganz konsequent durchgehalten wird diese Lehre vom personalen Substrat aber nicht: Denn bspw. Stiftungen sind eine reine unpersönliche Vermögensmasse und trotzdem billigt das BVerfG ihnen Grundrechte zu.

Andererseits schlagen persönliche Interesse in beliebigen Personenvereinigung durch, sodass diesen Grundrechtsfähigkeit zugestanden wird. Wannimmer sich also Personen zu irgendwelchen Vereinigungen zusammenfinden, führt das personale Substrat hinter dieser Vereinigung dazu, dass auch diese Vereinigung grundrechtsfähig ist.

Ist das Vereinigungsrecht ein Recht des Einzelnen oder des Vereins?

Sowohl als auch.

Als Individualrecht wird das Recht des Bürgers geschützt, einem Verein beizutreten oder dies zu lassen, Mitglied zu bleiben, sich in ihm zu betätigen und seine Mitgliedschaft zu beenden.

Als Kollektivgrundrecht wird das Recht der Vereinigung geschützt, as solche zu bestehen und ihrem Zweck nachzugehen. Auch die Selbstbestimmung des Vereins im Rahmen seiner inneren Selbstverwaltung und seiner nach außen gerichteten Handlungsfähigkeit sind von Art. 9 Abs. 3 des Grundgesetzes umfasst.

Wo steht die Vereinigungsfreiheit im Grundgesetz?

Hierzu heißt es in Art. 9 Abs. 1:

Alle Deutschen haben das Recht, Vereine und Gesellschaften zu bilden.

Es handelt sich also wiederum um ein Deutschen-Grundrecht. Da aber auch Ausländer nach den BGB-Vorschriften Vereine gründen können, hat dies keine deutlichen Auswirkungen. Vereinigungen sind freiwillige Zusammenschlüsse zur Erreichung eines gemeinsamen Zwecks.