Ehe und Familie (Art. 6 GG)

Wo steht der Schutz von Ehe und Familie im Grundgesetz?

Art. 6 Abs. 1 GG führt aus:

Ehe und Familie stehen unter dem besonderen Schutze der staatlichen Ordnung.

Art. 6 GG schützt die Familie als soziales Konstrukt.
Art. 6 GG schützt die Familie als soziales Konstrukt.
Geschützt wird die Ehe als soziales und rechtliches Gebilde. Erfasst hiervon ist grundsätzlich nur die Ehe zwischen Mann und Frau. Familie ist das Beziehungsverhältnis zwischen Eltern und Kindern, unabhängig davon, ob eine Ehe besteht.

Wo steht das Erziehungsrecht der Eltern im Grundgesetz?

Gemäß Art. 6 Abs. 1 GG gilt:

Pflege und Erziehung der Kinder sind das natürliche Recht der Eltern und die zuvörderst ihnen obliegende Pflicht. Über ihre Betätigung wacht die staatliche Gemeinschaft.

Damit sind Eltern sowohl berechtigt als auch verpflichtet, sich um ihre Kinder zu kümern. Der Staat wird nicht als Akteur der Kindererziehung begriffen, sondern lediglich als kontrollierende Instanz.

Wo steht im Grundgesetz, dass uneheliche Kinder den ehelichen gleichgestellt sind?

Art. 6 Abs. 5 schreibt vor:

Den unehelichen Kindern sind durch die Gesetzgebung die gleichen Bedingungen für ihre leibliche und seelische Entwicklung und ihre Stellung in der Gesellschaft zu schaffen wie den ehelichen Kindern.

Diese Vorschrift mutet etwas seltsam an, weil sie unterstellt, uneheliche Kinder liefen Gefahr, Entwicklungsdefizite zu erleiden. Tatsächlich ist dieser Absatz (zumindest heutzutage) einfach so zu verstehen, dass nichteheliche Kinder einfach nicht diskriminiert werden dürfen. Er ist damit im Zusammenhang mit Art. 3 GG zu sehen.

Schützt Art. 6 Abs. 2 GG auch das Umgangsrecht geschiedener Elternteile?

Gerade im Falle einer Scheidung oder dauerhaften Trennung spielen die Grundrechte eine besonders wichtige Rolle.
Gerade im Falle einer Scheidung oder dauerhaften Trennung spielen die Grundrechte eine besonders wichtige Rolle.
Ja, auch der Elternteil, bei dem das Kind nicht lebt, kann sich auf das Erziehungsrecht aus Art. 6 Abs. 2 GG berufen. Hieraus ergibt sich ein verfassungsrechtlich abgesichertes Recht auf Umgang mit dem eigenen Kind.

Dieses steht allerdings unter dem Vorbehalt, dass der Umgang dem Kindeswohl nicht schadet. In diesem Fall ist eine zeitweise Beschränkung auf einen Minimalkontakt zulässig.

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