Die Aberkennung von Grundrechten nach Art. 18 GG

the-basic-law-2454404_1920CDU-Politiker Peter Tauber hat angeregt, Verfassungsfeinden die Grundrechte zu entziehen. Die entsprechende Vorschrift müsse, so der sozialdemokratische Bundestagsabgeordnete, endlich einmal angewandt werden. Darum ein paar Antworten zu dieser Thematik.

Kann man Grundrechte überhaupt aberkennen lassen?

Ja, Art. 18 des Grundgesetzes sieht dies ausdrücklich vor:

Wer die Freiheit der Meinungsäußerung, insbesondere die Pressefreiheit (Artikel 5 Abs. 1), die Lehrfreiheit (Artikel 5 Abs. 3), die Versammlungsfreiheit (Artikel 8), die Vereinigungsfreiheit (Artikel 9), das Brief-, Post- und Fernmeldegeheimnis (Artikel 10), das Eigentum (Artikel 14) oder das Asylrecht (Artikel 16a) zum Kampfe gegen die freiheitliche demokratische Grundordnung mißbraucht, verwirkt diese Grundrechte. Die Verwirkung und ihr Ausmaß werden durch das Bundesverfassungsgericht ausgesprochen.

Können auch andere als die dort genannten Grundrechte aberkannt werden?

Nein, dies ergibt sich aus der ausdrücklichen Aufzählung. Die Norm listet explizit alle Grundrechte auf, deren Aberkennung zulässig ist. Auf andere Grundrechte kann sie darum nicht ausgeweitet werden.

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Was gehört zur Wissenschaft?

Wissenschaft ist der ernsthafte, auf einem gefestigten Kenntnisstand aufbauen planmäßige Versuch, die Wahrheit zu ermitteln.

Die „echte“Wissenschaft im Sinne dieses Grundrechts beginnt erst im Bereich der Hochschulen, Gymnasien oder allgemein bildende Schulen gehören noch nicht zur Wissenschaft.

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Welche Handlungen schützt die Kunstfreiheit?

Die Kunstfreiheit schützt

  • die Vorbereitung und Schaffung des Kunstwerks,
  • die Zugänglichmachung des Werks durch Ausstellung oder Aufführung,
  • die vervielfältigende Produktion des Werks (z.B. durch Druck oder Herausgabe von CDs),
  • die Werbung für das Kunstwerk.

Nicht geschützt sind dagegen die Auseinandersetzung mit dem Kunstwerk in Form von Kunstkritik oder Kunstkonsum.

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Was besagt der offene Kunstbegriff?

Der offene Kunstbegriff stellt nicht auf formelle oder materielle Gesichtspunkte ab, sondern beinhaltet jede künstlerische Äußerung, deren Bedeutungsgehalt einer stetigen Interpretation entnommen werden muss, die eine tiefgehende Auseinandersetzung mit dem Werk notwendig macht.

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Wo steht die Wissenschaftsfreiheit im Grundgesetz?

Artikel 5 Absatz 1 des Grundgesetzes sagt dazu:

Kunst und Wissenschaft, Forschung und Lehre sind frei. Die Freiheit der Lehre entbindet nicht von der Treue zur Verfassung.

Damit wird also die Wissenschaft in all ihren Facetten geschützt, einschließlich der Gewinnung neuer Erkenntnisse (Forschung) und der Vermittlung von Wissen an andere (Lehre). Wissenschaft ist die ernsthafte und planmäßige Erforschung der Wahrheit.

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Wo steht die Kunstfreiheit im Grundgesetz?

Die Kunst ist in Art. 5 Abs. 3 GG genannt:

Kunst und Wissenschaft, Forschung und Lehre sind frei.

Auf die Kunstfreiheit kann sich dabei jeder berufen, man muss nicht als Künstler anerkannt sein oder seinen Lebensunterhalt aus der Kunst bestreiten. Der Kunstbegriff ist grundsätzlich offen: Praktisch jede Form der Darstellung, die vom Betrachter interpretiert werden kann, ist Kunst.

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